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Webserie: Her Story.

Heute möchte ich euch eine Webserie vorstellen. Sie heißt „Her Story.“ und handelt im Wesentlichen von der lesbischen Reporterin Allie, die eine Geschichte über Transfrauen in dem Magazin für das sie arbeitet veröffentlichen will. Durch Zufall trifft sie dabei auf Violet welche als Kellnerin in einer Bar arbeitet. Nach anfänglicher Ablehnung stimmt Violet doch einem Interview mit Allie zu und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Der Plot auf englisch zusammengefasst:

Her Story is about two trans women in Los Angeles who have given up on love, when suddenly chance encounters give them hope. Violet is drawn to Allie, a reporter who approaches her for an interview, while career-driven Paige meets James, the first man she’s considered opening up to in years. Will they risk letting what they are stand in the way of being loved for who they are?

Trans women in the media have long been punchlines, killers, indications of urban grit, pathetic tragedies, and dangerous sirens. Rarely have they been complex characters who laugh, struggle, and grow, who share strength in sisterhood, who seek and find love. Her Story depicts the unique, complicated, and very human women we see in queer communities, and explores how these women navigate the intersections of label identity and love.

Co-written by Jen Richards and Laura Zak, directed by Sydney Freehand (Drunktown’s Finest), with cinematography by Bérénice Eveno, and produced by Katherine Fisher/Speed of Joy Productions, Her Story features predominantly LGBTQ women, on and off-screen. With this project we have the opportunity to positively shift cultural perceptions of trans and queer women. We invite you to join us in helping to make visible the lives of women who too often are made invisible. – www.herstoryshow.com

Was macht diese Serie so besonders?

In meinen Augen ist der wichtigste Punkt: Die Transfrauen werden tatsächlich auch von Transfrauen gespielt! In den meisten Filmen oder Serien (Dallas Buyers Club, Transparent, The Danish Girl oder im zuletzt in die Kritik geratenen Film Anything) stellen meist Cis-Männer die Transfrauen dar. Was oft gar nicht so schlecht gelingt (Redmayne in The Danish Girl hat seine Sache schauspielerisch gar nicht schlecht gemacht – finde ich) aber doch zumindest die Frage aufwirft, warum nicht eine Transfrau nicht auch von einer solchen gespielt wird. Es erinnert schon ein wenig an die Zeiten in denen Blackfacing (weiße Personen werden als Afroamerikaner geschminkt um die Rollen schwarzer zu spielen) oder noch etwas früher zu Shakespeares Zeiten Männer die Frauenrollen spielen mussten, da Frauen nicht auf der Bühne stehen durften. Jetzt mal ehrlich – eigentlich sind wir aus diesen Zeiten doch raus…

Und das macht diese Serie so besonders. Hier sind tatsächlich die Trans-Charaktere auch mit Transfrauen besetzt. Zum einen Violet – gespielt von Jen Richards und zum Anderen Paige, gespielt von Angelica Ross.

Die Serie wurde für einen Emmy in der Kategorie „Outstanding Series“ nominiert.

Der Trailer: Her Story.

Falls ihr euch mit dem Englisch etwas schwer tut, YouTube bietet deutsche Untertitel für diese Serie an!

Der Cast (Hauptrollen)

Jen Richards (Violet)

Foto von Jen Richards die Violet spielt
Quelle: herstoryshow.com

Jen Richards ist Mitbegründerin und Herausgeberin der „The Trans 100“ Liste, welche jährlich die einflussreichsten Transsexuellen Trendsetter listet. Sie betreibt außerdem zahlreiche Webseiten, unter anderem „We Happy Trans„, „WTF Trans Dating“ und „Trans Love Stories„. Zusätzlich betreibt sie  Trans-Gruppen („Chicago Trans News and Activism“ und „No Boys Allowed“) in Chicago und veröffentlicht regelmäßig Podcasts und Tweets.

Von 2008 bis 2013 leitete sie das Musik-Ensemble „eighth blackbird“ welches bereits mehrere Grammys gewann. Sie hat zudem einen Bachelor of Arts in Philosophie. Weitere Informationen auf ihrer Webseite.

Angelica Ross (Paige)

Foto von Angelica Ross die Paige spielt
Quelle: herstoryshow.com

Angelica Ross ist Geschäftsführerin (Executive Director und CEO) von TransTech Social Enterprises. Dabei handelt es sich um eine Designakademie. Das Ziel dieser ist es, Trans-Menschen mit Hilfe von Technologie und Innovation eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben.

Sie arbeitet zusätzlich als Singer/Songwriter, Schauspielerin und Fotografin. Sie hat es zu ihrer Aufgabe gemacht, Minderheiten zu helfen die Schwierigkeiten auf ihren Wegen zu bewältigen.

Laura Zak (Allie)

Foto von Laura Zak als Allie
Quelle: herstoryshow.com

Laura Zak ist eine – ich würde sie als feministisch beschreiben – Autorin, Produzentin und Aktivistin. Sie hat acht Jahre die Kampagne „V-Day“ geleitet, welche eine globale Bewegung zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist. Sie hat zudem den weltgrößten Aktionstag der „One Billion Rising“ Kampagne zu diesem Thema mit organisiert. Zu diesem kamen 2013 Aktivisten in mehr als 200 Ländern zusammen um ein historisches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Zusätzlich wirkt sie an mehreren Serien („#Hashtag“ und „Her Story.“) mit. Studiert hat sie Journalismus.

Meine Meinung

Die Serie deckt viele Facetten des Lebens einer Transfrau (bzw. des Lebens einer Trans*-Person) ab. Dies beginnt bei ungewollten Outings, Passing, Partnersuche und zieht sich bis zu schädlichen Beziehungen (das englische Wort „abusive relationship“ finde ich eigentlich besser). Das ganze passiert auf eine sehr realistische Art und Weise obwohl die Serie fiktiv ist. Es könnte sich aber wirklich so zugetragen haben beziehungsweise ich bin mir ziemlich sicher, dass tagtäglich in den Leben der Trans*-Personen in der Serie gezeigte Situationen auftauchen. Besonders plastisch und glaubhaft lässt es die Besetzung der beiden Transfrauen wirken – es ist einfach etwas anderes ob eine Transfrau tatsächlich von einer Frau gespielt wird, die weiß wie sich das ganze anfühlt oder ob es ein Mann in Frauenkleidern ist.

Was ich zudem sehr positiv hervorheben möchte: Es ist endlich mal eine Serie, in der die Trans-Charaktere nicht offensichtlich Trans sind. Sie bringen ein gewisses Maß an Passing mit (in diesem Fall sogar ein sehr gutes Passing). Ich denke, dass dies durchaus helfen kann um Vorurteile abzubauen und das Bild, das die Allgemeinheit von uns hat etwas zurecht zu rücken. Es zeigt einfach „hey, wir sind ganz normale Frauen, wir müssen nicht sofort als Trans zu erkennen sein“.

Genug geredet – Hier geht es zur ersten Staffel!

Lasst uns doch in den Kommentaren wissen, wie ihr die Serie findet 🙂

Hi, ich bin Theresa, 22 äääh 23 Jahre (jung?) und eine der Gründerinnen dieses Blogs. Der Grundgedanke besteht darin, so viele Informationen wie möglich gebündelt und verständlich für euch anzubieten. Wenn ihr also Wünsche oder Kritik habt zögert nicht, mir eine Nachricht zu schreiben.

eMail: theresa(at)younganddifferent.de.

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